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05.07.10 - 11:21 - Von: Antje Nevermann


Eines der Festivalhighlights: Matthew Bellamy von Muse. ©Andrej ISAKOVIC/f2go

Roskilde Festival

Roskilde rockte

Mit der Sonne um die Wette strahlten die 75.000 Fans am letzten verlängerten Wochenende beim 40. Geburtstag des dänischen Roskilde Festivals. Mehr als 150 Bands und ein fettes Rahmenprogramm sorgten zur Kernfestivalzeit vom 1. bis 4. Juli für ein perfektes Happening, bei dem auch in diesem Jahr Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit groß geschrieben wurden.

Für erinnerungswürdige Konzerterlebnisse sorgten unter anderem Superstars wie Muse und Them Crooked Vultures mit ihren Hymen und ausgedehnten Soli, sowie die dänischen Lokalmatadoren Nephew und die Sängerin Robyn. Aber auch Entdeckungen wie die schwedischen Electro-Dancehall-Rocker Teddybears in schwarzen Smokings und Bärenmasken, die mitreißenden Staff Benda Bilili aus dem Centre Ville von Kinshasa, die vornehmlich aus durch Polio behinderten Musikern besteht und Bad Lieutenant, die aktuelle Band der Ex-New-Order-Musiker Bernard Sumner und Phil Cunningham kamen groß raus. Während sie in Glastonbury eher für Langeweile gesorgt hatten, konnten die Gorillaz, trotz einer geringeren Anzahl an Musikerprominenz auf der Bühne, in Roskilde fett punkten: Die Headliner-Show von Damon Albarns Comic-Band gehörte zu den besten Gigs am ersten Festivaltag. Auch der Auftritt von Rock-Legende Pattie Smith war im wahrsten Sinne des Wortes denkwürdig: Bei ihrem Konzert am Festival-Sonnabend gedachte die Musikerin mit ihrer Band der neun Festivalbesucher, die vor zehn Jahren beim Roskilde-Auftritt von Pearl Jam tödlich verunglückt waren, als sie von den nach vorne schiebenden Massen erdrückt wurden.

Das geradezu königliche Grand Finale des dänischen Mega-Festivals bescherte schließlich am Sonntag kein Geringerer als Superstar Prince. Mit einem Feuerwerk seiner größten Hits tauchte der kleine Musik-Gigant aus Minneapolis den dänischen Sonnenuntergang in strahlendes "purple" und machte mit mehr als zwei Stunden Hits und Covers am Stück sein Roskilde-Debüt zu einem der absoluten Highlights des Open-Air-Wochenendes.

Während Bands und Fans sich vergnügten, freuten sich die Veranstalter hinter den Kulissen über das wachsende Umweltbewusstsein der Fans: 70 Tonnen weniger Müll auch dank des eingeführten Pfand-Systems ist ihre Umwelt-Bilanz des Festivals 2010. Wie in der Vergangenheit spenden die Roskilde-Macher auch in diesem Jahr zurückgelassene und intakte Materialien wie Campingausrüstungen aber auch finanzielle Überschüsse für wohltätige Zwecke. Nutznießer sind dabei sowohl Einrichtungen und Musikprojekte im eigenen Land, als auch weltweite Umwelt- und Tierschutzorganisationen.

Gleich hier alle Bilder von Roskilde 2010 ansehen



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